Montag, 14. Januar 2008

Schulabschluß und Lehrbeginn....

In Altenburger Südbad 1962,,,,,mit Klassenkameraden....

Vorerst genug davon und weiter im vollen Leben. Der Abschluss meiner schulischen Ausbildung gestaltete sich ein wenig dramatisch, die Voraussetzungen für eine gute Prüfung waren bei mir denkbar schlecht. Gleich in 5 Fächern sollte ich geprüft werden, dies stellte damals das Maximum dar. Ich war echt Sauer, aber ich nahm es gelassen hin, hatte ich mir doch alles selbst organisiert.
Deutsch war ja klar, Rechtschreibung Note 5, alles andere 2-3, diese Aufgabe könnte gelöst werden, Physik kam auch noch hinzu, aber schwierig, hier musste ich etwas dafür tun, denn Vorzensur zwischen 4 und 5.
In Russisch hatte ich Vornote 2 und habe zur schriftlichen Prüfung eine 5 gebaut
(einfach einen ganzen Satz vergessen zu übersetzen) Künstlerpech, aber Lösbar; Mathe Vornote 2-3 und in der schriftlichen Prüfung eine 5, lösbar und letztlich Chemie, eines meiner Lieblinsfächer Vornote 3 – da zu faul zum Lernen und schriftliche Prüfung eine 2.
Ich habe mir schon richtig leid getan, ich musste aber alles geben, ging es doch um die Voraussetzungen für den Beginn meiner Lehrausbildung, aber es kam ja alles ganz anders.
Während alle anderen unserer Klasse bei den Prüfungen schwitzten hatte ich eine plötzliche Blinddarmreizung und musste operiert werden. Als ich aus dem Krankenhaus kam waren die Prüfungen schon alle vorbei, ich bekam die Termine für die Nachprüfungen mit den Hinweis, das nur noch 2 Fächer gefragt wären. So hatte ich nun 5 Wochen Zeit um mich darauf vorzubereiten, da kann man mal sehen zu was so ein Blinddarm gut ist!
Natürlich habe ich beide Prüfungen bestanden, aber das Zeugnis jammerte einen Hund mit samter Hütte, wie man so schön sagt. Ich verwendete es wohl nur zweimal in meinen Leben und dann verschwand es für immer von der Bildfläche und ward nie mehr gesehen.
Einen wichtigen Lebensabschnitt hatte ich mehr oder weniger erfolgreich beendet und die schönste Zeit meines Lebens sollte nun beginnen.

* * *

Das Schöne an unseren Staat war, dass man sich keinerlei Sorgen über das Morgen zu machen brauchte. Meinen Lehrvertrag hatte ich in der Tasche und harrte erwartungsvoll der neuen Zeit, meiner Lehrausbildung entgegen. Ich begann meine Berufsausbildung zum Betriebsschlosser in der Filmfabrik Agfa Wolfen im Auftrag des Chemiefaserkombinats Guben für zwei Jahre. Es war Optimal, mit den nötigen Abstand von zu Hause, allein auf mich gestellt und auch für mich verantwortlich, voller Enthusiasmus ging es ab in die Ferne.
Untergebracht waren wir in einen Lehrlingswohnheim am Ortseingang vom Wolfen aus Richtung Greppin kommend. Die Gegend war scheußlich, voller Giftdämpfe in der Luft, die aus zwei nahegelegenen Abwasserteichen quollen, die Landschaft, besonders die Bäume und Gräser vom sauren Regen zerfressen, der Gestank aus der Farbenfabrik, so abscheulich, das man alle paar Meter die Gefühle wechseln musste.
Die Straßen voller Staub und da es Ende August war, vor Hitze flimmernd, hier fanden sich die neuen Lehrlinge alsbald in einer alten Baracke, auch Unterkunft genannt, so nach und nach ein. Zu viert teilten wir uns jeweils ein Zimmer.
Im festen Wohngebäude, wo die weiblichen Lehrlinge untergebracht wurden, deren alleinige Anwesenheit merklich unsere anfänglich miese Laune besserte, gab es den Speiseraum mit einen Fernseher und Klavier. In der Eingangszone unser Baracke, eine Tischtennisplatte, sie vervollständigte zusammen mit einen Nachtschränkchen, einen Wäschespind und einen Bett auf unseren Zimmer die Einrichtung des Hauses.
Ganz anders die Lehrbasis, hier konnte man erkennen, das man in einen Großbetrieb tätig ist, eine helle geräumige und vom feinsten ausgestattete Lehrwerkstatt mit angeschlossener eigner Berufsschule, gleichfalls für meine Begriffe modern eingerichtet. Neben der Berufsschule ein fast fertiggestellter Neubau, unser neues Lehrlingswohnheim, welches in etwa 8 Monaten bezugsfertig sein sollte.
Also alles in allen super Bedingungen für einen würdigen Neubeginn für den ich mir so allerhand vorgenommen hatte.
Nachdem die obligatorischen Einweisungen, beendet waren, begann für mich der Ernst des Lebens. Aber wie immer aller Anfang ist schwer. Neu eingekleidet im Blaumann sozusagen, wurden wir von unseren Lehrausbildern, Herrn L. und Herrn F., beide sehr nette Menschen nun alsbald in die Geheimnisse des Schlosserhandwerks eingeführt. Und es war eine mühselige Einführung. Neben den 4 Tagen praktischer Ausbildung lernten wir des Schlossers wichtigstes Werkzeug die Feile umfassend kennen. d.h. wir feilten bis wir Blasen an den Händen hatten sozusagen Wochenlang. Wir erschufen so echt handgefeilt ein neues Werkzeug, eine Handhebelschere für die Blechbearbeitung bis 2mm. Für deren Fertigstellung, erprobten und übten wir fast alle schlossertypischen handwerklichen Fertigkeiten bis zur Perfektion.
Langsam wurden wir zu kleinen Profis, die Arbeit machte Spaß und war sehr abwechslungsreich. Auch innerhalb der Berufsschule, die wir an den restlichen 2 Wochentagen absolvierten, machte mir das Lernen zunehmen Freude, im Endeffekt wurde bis auf wenige praxisbezogene Fächer der Lehrstoffs der 10. Klasse wiederholt. Jetzt ging es darum die anderen Freuden des Lebens zu erschließen.
Das wichtigste Problem, woher das Geld nehmen, die finanziellen Fragen mussten noch geklärt werden, denn mit unser schmalen Lehrlingsrente kam man nicht weit. Von den Anfangs 120,- Mark, die wir monatlich erhielten, wurden 45.-Mark für Unterkunft und Verpflegung abgezogen, dann musste man auch ab und an zum Wäschetausch nach Hause fahren, also Kassa blanca war eigentlich immer der Normalzustand.
Da konnte man nicht allzu viel fürs Erleben ausgeben oder man erschloss sich neue Geldquellen. Meine Eltern waren für ein Sponsoring nicht zu begeistern, es blieb also wieder einmal alles bei mir hängen, es musste eben wiedereinmal mit der Arbeit versuchen.
Samstags Nachmittag und Sonntag Vormittag waren dabei die geeignetsten Zeiten, und im Werk, der Filmfabrik, gab es schon eine geeignete Möglichkeit und Tätigkeit, die das Geldverdienen sozusagen ermöglichte, die Arbeit auf den Holzplatz. Da als Nebenprodukt der FF = Filmfabrik, auch Toilettenpapier gefertigt wurde und dazu Holz als Grundlage diente, ergab sich diese spezielle Arbeit, die niemand gern tun wollte, ein Betätigungsfeld für notorisch an Geldmangel leitende arbeitsgeile Individuen, so wie wir es als Lehrlinge waren.
Gerechterweise muss gesagt werden, das diese Arbeit eine Knochenarbeit war, ging es doch darum, in kürzester Zeit ein Meter lange Holzscheite (Gespaltene Baumstämme) vom Wagon zu laden (Standzeiten kosten Geld) und sie in drei Meter hohe und bis zu 50 m lange Stapel aufzubauen. Das Durchschnittsgewicht eines solchen Monsters war 20-50 Kg.
Bezahlt wurde nach gestapelten Festmetern, jedoch nur, wenn die geforderte Höhe erreicht war. Pro Festmeter 12.-Mark.
Wenn man also wollte, konnte man sich schon die notwendige Kohle für seine Bedürfnisse erarbeiten, für ein Wochenende waren da schon mal 50 Märker drin und das half wirtschaften.

Mittwoch, 9. Januar 2008

weiter weltanschauliche Entwicklung.....

Doch zurück zu politischen Werdegang. Innerhalb der Schule bemerkten wir sehr schnell, das es doch einen gewissen Widerspruch zwischen gesagten, verbotenen und der gesellschaftlichen Realität gab, der für uns als Kinder erkennbar, aber nicht verständlich war. Ich erinnere mich genau noch an die Zeit, wo wir einen schwunghaften Tauschhandel mit westlicher Literatur wie Micky Maus, später dann Gerry Cotton, Bufallo Bill u.ä. trieben, das war zwar verboten, da es „Schundliteratur aus den Westen“ war und trotzdem waren es unsere Bestseller. Und solange die Mauer offen war gab es auch immer Nachschub, denn es gab nur wenige Klassenkameraden die keine Verwanden im Westen hatten. Ich gehörte zu den wenigen und so mussten wir andere Tauschobjekte finden und anbieten um sie zu lesen.
Dieser Widerspruch zog sich durch die ganze Gesellschaft und vertiefte sich zunehmend mit der Perfekttonalität der Massenmedien wie Radio und Fernsehen. Die neuen Musikrichtungen wie Rock end Roll, Beat, verbreitet vor allen durch Radio Luxemburg zeigten bei uns, vor allen der Jugend Wirkung, da ging es um ein neues Lebensgefühl und um andersartige Lebensauffassungen die zwar fremd aber interessant waren.
1962 kauften sich meine Eltern ihren ersten Fernsehapparat, bereits zwei Monate später fragte mich meine Mutter ob mir am Fernseher nichts auffalle, ich wunderte mich und kam nicht auf die Idee, dass wir auch den Westen, die ARD empfangen konnten.
Fernsehen war noch nicht so wichtig für uns. Ein anderes Erlebnis, hautnah den Westen zu erleben, zeigte mir schon mit 12 Lebensjahren, dass diese Gesellschaft doch etwas anderes ist als unser Leben. Mit meinen Stiefvater durfte ich 1958 nach Westberlin fahren, es ging um den Besuch eines ehemaligen Arbeitskollegen, der 1956 die DDR verlassen musste, er hatte Unterschlagungen von Futtermitteln begangen. Das Beste an der ganzen Reise war ein Kino auf den Kuhdamm, wo ich erstmalig Micky Maus Filme erleben konnte und am meisten staunte ich, das früh Morgens der Bäcker die Brötchen und die Milch ins Haus vor die Tür brachte, während wir zu Hause danach traben und anstehen mussten.
Zieht man aus den bisherigen Schilderungen einige Schlüsse so ergibt sich ein Gesellschaftsbild mit folgenden Eckpunkten, es gibt zwei unterschiedliche deutsche Staaten, einen Erlebbaren und einen vom Hörensagen erkennbaren. Nicht alles, was über den Anderen gesagt wurde war nachprüfbar oder greifbar für uns und demzufolge Persönlichkeitsbildend. Jedoch in gewisser Weise als liebens- und lebenswert zu empfinden. Es gab ja auch niemand Anderes, außer den Institutionen der SED, die mir etwas über den Staat BRD beibringen wollten und konnten, nebenbei gesagt es interessierte mich damals auch kaum. Ich war damit Offen in der Auswahl meiner Überzeugungen. Ich lebte mein zwar noch junges Dasein so wie es die Umstände ergaben und war zufrieden damit.
Selbst der Mauerbau ging an mir total vorbei, das Einzige was uns Jungen damals berührte war die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, aber wir waren der Meinung, dass, bis es uns beträfe, schon wieder alles vorbei sein könnte, denn wir kämpften ja auch mit unseren Mitteln für einen baldigen Friedensvertrag für Deutschland als Voraussetzung für eine Vereinigung beider deutscher Staaten. Und das ging meiner Meinung damals nur wenn wir wirtschaftlich und politisch stark genug sein würden um gleichberechtigt an diesen Prozess teilzunehmen. Als junge FDJler wollten wir, das war die Zeit als unser Ministerpräsident W. Piek verstarb, solange das Blauhemd tragen, bis der Friedensvertrag durch sei.
Das wir dabei ab und zu westliche Massenmedien und Printerzeugnisse konsumierten, war zwar nicht erwünscht, gehörte aber mit dazu. Heute würde man dies als bewusstes Engagement mit den Umständen nennen, damals war dies schon fast aufrührerisch und wenn es bekannt geworden wäre, hätte man Sanktionen zu befürchten, besonders in den schulischen Bereich.Mein einziges aktives gesellschaftliches Engagement übte ich in der GST, in der Sektion Motorsport aus. Hauptgrund war vor allen der Führerschein Klasse 1 also für Motorräder. Die GST (Gesellschaft für Sport und Technik) war damals noch ein reiner Freizeitclub wo jeder entsprechend seinen Interessensgebieten verschiedenartige vor allen technische Sportarten ausüben konnte, wo es anderweitig für den einfachen Menschen mangels Masse keinerlei Chancen gab wie z.B. Segelflug, Luftgewehr oder KK-Schießen, Motorsport, Rudern, Funken usw. Natürlich liegt der Hintergedanke nahe für bestimmte militärische Laufbahnen einen Kaderstamm zu entwickeln, heranzubilden aber vordergründig war dies in den Anfängen der Entwicklung dieser Organisation noch nicht sichtbar. Zumindest ich empfand dies nicht so. Für mich war der Führerschein das Wichtigste, und diesen hatte ich schon mit 16 Jahren erfolgreich abgelegt nur allein und auf öffentlichen Straßen durfte ich erst ab 18 Jahren Motorrad fahren.

Montag, 7. Januar 2008

meine Weltanschauliche Entwicklung.....

Zunächst jedoch einige Gedanken zu meiner weltanschaulichen Entwicklung.
Es ist schwierig darüber zu philosophieren warum man gerade diese oder jene Entwicklungsrichtung im Verlaufe seines Lebens eingeschlagen hat, noch schwieriger ist es herauszufinden welche entscheidenden Faktoren dafür den Ausschlag gaben. Am Schwersten jedoch ist es, wenn man nach einen konkret überschaubaren Zeitraum feststellen muss, dass ein nicht unwesendlicher Teil seines Lebens, sozusagen für die Katz war.
Eine derartige Orientierungskrise zu bewältigen erfordert ein gerüttelt Maß an Wollen und Willen. Dazu aber Später. Eines ist jedoch unbestritten, Menschen die einigermaßen gefestigte Vorstellungen haben über das „Warum ?“, ihres Tun’s haben, handeln auch dementsprechend.
Will man Ursachenerforschung über das „Warum“ betreiben, muss man zuerst bei den äußeren Umständen beginnen.
In meiner Familie spielten im Wesendlichen politische Umstände keine Rolle, weder meine Eltern noch die Großeltern waren im Verlaufe ihres Lebens je mit politischen Parteien oder ähnlichen in Berührung gekommen. Sie lebten in einen kleinen Dorf, wie schon beschrieben, mit einen Ortspolizisten, ein paar kleineren Nazibonzen sonst nichts. Als Kleinkind ging ich in einen Kindergarten, der später weggebaggert wurde, genau wie die Kirche. In der Schule auf dem Dorf gab es keine Christenlehre oder ähnliches, meine Großmutter war zwar Mitglied der Kirche und lehrte mich auch das Vaterunser beten, aber eine Kirche habe ich nie besucht, weder als Kind noch später und wenn dann nur als Tourist. So wuchs ich auf in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen besonders in den ersten Jahren nach dem großen Kriege. An ein Ereignis aus dieser Zeit kann ich mich jedoch noch erinnern, als der große Stalin starb. Meine Mutter hörte diese Meldung in unserer Göppelsschnautze und sie weinte. Mir war dies unverständlich, aber aus ihren Erzählungen wusste ich, dass er den großen Krieg beendete und deshalb bei uns sehr verehrt wurde. Die Russen brachten den Frieden, das Brot für den Anfang und Arbeit für sie.
In Annenburg, als ich in die 3. Klasse kam, gab es die Christenlehre in der Schule. Zweimal hatte ich daran teilgenommen, es war ja freiwillig, und meine Schulkameraden redeten mir ein, dass dort interessante Geschichten erzählt würden, aber mir war es zu langweilig. Als die Pastorin dann noch Geld für eine Schulbibel haben wollte, war es das für mich in Punkto christlicher Erziehung. Mich haben Sie dort nie wieder gesehen. Die Frage von politischen Überzeugungen hat sich im Verlaufe der Schulzeit nur sporadisch herausgebildet. Hierbei spielten verschiedene Komponenten eine Rolle.
Zum Einen hatte ich schon immer einen Febel für interessante Geschichten aus der Vergangenheit und wir hatten einen sehr alten Geschichtslehrer in der Schule, der wunderbar über sein Leben, besonders die beiden Kriege erzählen konnte. Immer wenn sein Unterricht zu langweilig wurde lenkten wir geschickt das Thema auf Verdun und die Stunde war gelaufen. Zum Anderen brauchte man in den Fächern Geschichte und Staatsbürgerkunde, heute etwa staatsbürgerlicher Unterricht, wenig zu lernen, man musste nur reden und zuhören können. Und dies beherrschte ich – so in etwa mit vielen Worten nichts zu sagen -, perfekt. Und drittens wurde ich schon frühzeitig in die Pionierorganisation aufgenommen, ich wollte es und war Stolz, das blaue Halstuch zu tragen. Wir waren eine verschworene Gemeinschaft, halfen uns gegenseitig, erlebten interessante Nachmittage und halfen auch anderen hilfsbedürftigen besonders älteren Leuten, sammelten gemeinsam für unsere Gruppenkasse Lumpen, Papier und Schrott und erlebten herrliche Stunden am Lagerfeuer, im Gelände und auf unseren Gruppenfahrten. Politisch ging es in der Richtung weiter, das es um das Beziehen von Positionen im Leben ging. Wir wussten alle wo wir herkamen und mit wem wir lebten. Es gab keine Bessergestellten unter uns, und trotz das wir unterschiedlich entwickelte junge Persönlichkeiten waren, wurden wir alle gleich behandelt.
Das dennoch Unterschiede in gesellschaftlichen Bereichen dominierten konnte man auch bei den Pionieren erleben. Gut war alles was von den Russen kam, so z.B. Partisanen und Kampf gegen den Faschismus, gut war alles was der Arbeiterklasse diente, verdiente Kämpfer gegen den Faschismus und was den Aufbau unseres Staates voran brachte. Schlecht war alles was aus den Westen kam und wer nach den Westen ging usw., usw.,... So war es eben eine unmerklich doktrinäre Erziehung, die bei vielen jungen Menschen Wirkung zeigte. Mit politischen Inhalten verstärkt unterlegt war es auch ähnlich bei der FDJ.
Aber heute zu behaupten, das die Pioniere und die FDJ, als Ableger bzw. Kinder- und Jugendorganisationen der ehemaligen SED, militant und verbrecherisch gewesen seien und sie die individuelle Entwicklung des Einzelnen hemmten, ist nur eine einseitige Betrachtungsweise. Sie deshalb zu verbieten, geht nun doch für meine Begriffe an der Wirklichkeit etwas vorbei. Kein Mensch kommt heute auf die Idee zu sagen, das die Junge Union als Reservoir der CDU und deren Mitglieder, genau wie ihr alter Vorsitzender H. Kohl und andere führende Größen dieser Partei, die am Staat vorbei Gelder transferiert haben, korrupt oder ähnliches seien oder das Denken ihrer Mitglieder einengen. Ich werde später noch einmal darauf zurückkommen. Alle Mitglieder dieser Organisationen haben für ihren Staat geschworen bzw. ein Gelöbnis abgelegt, nur in seinen Sinne zu agieren und zu handelten immer in den Bewusstsein, das Richtige zu tun.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Freizeitgestaltung

Sonntags Nachmittags gegen 16.oo Uhr trafen wir uns meist, beim Clubnachmittag im Volkshaus, heute würde man Disco dazu sagen. Der Unterschied bestand allein darin, da es nur wenige elektronische Medien zur Tanzmusikproduktion gab, eben live gespielt wurde, mit richtiger Kapelle, Sängern und Moderatoren und dies alles für ganze 1,50 Märker. Gewürzt wurden diese Jugendtanz Veranstaltungen mit allerlei Spielchen oder auch Showeinlagen in den Tanzpausen. Da Anfangs bei uns Jungen das Biertrinken und prügeln im Mittelpunkt stand, waren diese kleinen Tanzpausen ein willkommener Anlass nun mal ein wenig Aufmerksamkeit zu erzielen, bzw. etwas zu erleben.
Bei uns in der Gruppe ging es dabei immer abwechselnd zu, jeder hatte einmal das Vergnügen dabei mitzuwirken und davon drücken das war Feigheit vorm Feind und kostete eine Runde Bier. Mit meinen nun schon 15 Jahren, hatte ich mich in unser Truppe fest eingelebt. Wir waren etwa 30 Schüler aus unseren Klassenstufen die sich dort immer trafen, wir hatten unseren Stammplatz, tranken gemütlich unsere Bierchen und warteten, was der Abend so bringen würde.
( Abend war natürlich stark übertrieben, die Veranstaltung ging von 16.00-21.OO Uhr ).
Für diesen bewussten Nachmittag hatte ich mir extra von meinen Stiefvater die Schuhe ausgeliehen oder weggefunden, denn meine Treter waren abgewirtschaftet wie Deutschland nach den 2. Weltkrieg. Die Spitzen der Schuhe wurden mit Zeitungspapier ausgestopft, sie wurden auf Hochglanz poliert und rein ging es ins Vergnügen. Als ob ich es geahnt hatte, ich musste diesmal bei der Pauseneinlage auf die Bühne. Mit roten Ohren und etwas ausgeleierten Schuhen meldete ich mich und wurde für gut befunden um mitzuspielen. Mit meinen Jugendweiheanzug, die Hose zeigte schon Hochwasser an, mit schlackernden Knien und fünf weiteren Kandidaten sollte nun ein Tanzturnier der Sonderklasse frei nach gespielten Melodien gestartet werden. Hierzu wurden die 6 Delinquenten mit verbundenen Augen in den Saal, an Tische mit vergleichbaren Tanzpartnern geführt der Rest sollte sich dann aus den Fähigkeiten und Möglichkeiten der einzelnen Teilnehmern ergeben.
Mir war so als hätte mich der Blitz getroffen, vom Tanzen Null Ahnung, vor Aufregung schwitzend, forderte ich jedoch mutig das Madel zum Tanze. Nach Ende der Musik durften wir die Augenbinden abnehmen, die Partnerin galant auf die Bühne begleiten und uns den Publikum zur Auswertung präsentieren. Gewinnen sollte derjenige, der den längsten und stärksten Beifall bekam. Wir waren ja alle nur Anfänger, aber meine Partnerin und ich hatten die zahlenmäßig stärksten Gruppierungen auf unserer Seite. Unsere Kumpels Pfiffen und Klatschten was das Zeug hielt und so wurden wir Turniersieger. Der Preis war eine Flasche Weiswein für uns beide. Abgesehen davon, das die Kleine recht hübsch war und ich noch sehr schüchtern, hatte ich nunmehr eine neue Bekannte kennen gelernt und eine neue Aufgabe vor mir. Ich musste unbedingt das Tanzen erlernen, denn so konnte es nicht weiter gehen. Für die Tanzschule hatte ich weder Zeit noch Geld und so musste es eben durch hartes Training gehen. Mit der Zeit beherrschte ich alsbald den sogenannten „Einheitsschieber“ (Zwei vor, einer zurück) perfekt und anwendbar auf alle Tanzmusikarten.
Den Walzer erlernte mir meine Mutter. Sie war ja stolz einen so großen Jungen zu haben, der sie auf die Tanzfläche führt. Ich muss ehrlich sagen, Tanzen hatte mir immer sehr viel Spaß gemacht, beim Tanz ein schönes Mädel in den Arm zu halten, und sich bei den Klängen der Musik dem Zauber des Weiblichen hinzugeben ist doch das aller Größte. Noch heute reißt es mich vom Hocker, wenn Schlager aus der damaligen Zeit im Radio gespielt werden, an die ganz konkrete Erinnerungen geknüpft sind.
Immer gab es schon Mädels die es beim Tanzen wissen wollten, sie knallten sich so eng an die armen Jungs ran, das diese mit roten Ohren und gehobener Rute am Ende des Tanzes die Tanzfläche verließen. Das ist ja auch verständlich, denn auch die jungen Frauen wollen und sollen schon mal bewusst einen richtigen Jungen in Aktion erleben und eine Tanzmöhre am eigenen Leib spüren, ist ja auch ihr gutes Recht, aber peinlich war es für den Betreffenden allemal.
Besonders gegen Ende der Veranstaltung ging es meist hektisch zu, man brauchte ja was zum Nachhausebringen, zum kuscheln und schmusen. Das wurden meist harte Kämpfe ausgetragen, im Allgemeinen kam es auch nicht darauf an wie hübsch sie war, Hauptsache gab ein Mädel. In 7 von 10 Fällen hatte man immer Erfolg, was das Nachhausebegleiten betraf. Das große Problem was bewältigt werden musste, war immer, was mit den Mädel anfangen? Ein wenig Knutschen ein wenig schmusen und streicheln, im Prinzip ging es nur bis zur Gürtellinie, nur selten gab es eine, die so ausgepufft war, das sie mehr zuließ. Irgend wie war man hinterher doch befriedigt, wenn auch mit feuchten Hosen (Daher stammt wohl der Ausdruck, das ging in die Hose). Es war aber eine tolle Zeit – eine echte Schule des Lebens. Man konnte was erleben, hatte was zu berichten, und manchmal sogar etwas zum Angeben, und entwickelte schon Vorstellungen, wie es sein wird, wenn man mal so richtig mit einen Mädchen .....das schönste Erlebnis haben würde.
Das sollte bei mir aber noch eine Weile andauern.

Freitag, 28. Dezember 2007

Schulzeit....

Wettkämpfe in Fechten 1962...
Daraus resultierte eine Vielzahl von außerschulischen gesteuerten und geförderten Aktivitäten, die in ihrer Einheit persönlichkeitsbildend wirken sollten und es auch taten. Das ging los bei den politischen Kinder und Jugendorganisationen, wie Pioniere und FDJ ( Freie Deutsche Jugend ) bis hin zu paramilitärischen Organisationen, würde man heute sagen, wie es die GST (Gesellschaft für Sport und Technik) war, da gab es die Beschäftigung in Sportvereinen, meine Lieblingssportarten waren Tischtennis und Fechten, da gab es Hobbyzirkel wie Basteln, Modellbau u.ä. und letztendlich den Unterrichtstag in der Produktion, der die Nähe zur gesellschaftlichen Praxis, der Arbeit, dokumentieren sollte. Alle hatten nur das eine Ziel im Auge, uns arme Schüler so lange wie möglich zu beschäftigen, wir hätten ja sonst nur Unsinn im Sinn.
Da waren eine gehörige Portion von Ideen und Aktivitäten zu entwickeln, um sich gekonnt von diesen Veranstaltungen abzusetzen.
Doch zurück zur Schule, als Schule fürs Leben, das war sie natürlich auch für mich, aber sie war auch Ausgangspunkt all unserer Streiche, sie war Treffpunkt und Kommunikationszentrum wenn es um Treffens und Verabredungen ging, sie war Tauschbörse für alle Dinge die ein Jungenherz schneller schlagen ließen wie Briefmarken, Bücher u.v.a.., und sie war Quelle zum sammeln von ersten sexuellen Erfahrungen. Je höher die Klassenstufe umso anspruchsvoller die differenzierten diesbezüglichen Sehnsüchte und Wünsche.
Mit der Zeit des Schreibens von Liebesbriefen oder des Informationsaustausches über laufende und zukünftige Beziehungen begann es, wichtig dabei, so geheim wie möglich. Sie wurde abgelöst, vor allem, als sichtbare Geschlechtsmerkmale so langsam sprossen, von der Zeit des Fummelns und Grapschens. Natürlich waren hier besonders diejenigen Mädel am meisten dran, wo sich das Hingreifen schon mal lohnte. Obwohl diese vor Aufregung quiekten, ließen sie sich jedoch mehr oder weniger willig schon mal hinter die Rolltafel locken. Dem folgten die ersten heimlichen Treffen mit der Auserwählten und den darüber geführten Erfahrungsaustausch bis hin zu kleineren Rivalitätsscharmützeln.
Man besuchte schon mal mit seiner Auserwählten ein Kino, dabei waren die besten Plätze, die in den hinteren Reihen und versuchte sich nun irgendwie näher zu kommen, da ging es meist nur um Händchenhalten, vielleicht noch ein kleines Küsschen, und ein wenig streicheln und schon war man selig.
Während sich schon ein Teil unserer Jungen intensiv mit den weiblichen Geschlecht beschäftigten, also schon Wert auf Aussehen und Umgangsformen legten, um so besser anzukommen, versuchte ein anderer Teil durch spektakuläre Aktionen Aufmerksamkeit zu erringen. Ich gehörte zu der letzteren Gruppe. Mit meinen 14 Lenzen war ich sozusagen ein sexualpolitischer Tiefflieger oder auch Spätzünder. Natürlich hatte ich auch eine Flamme, das gehörte nämlich zu guten Ton, aber mehr wie Händchenhalten war noch nicht drin, da war ich noch viel zu feige dazu. Wir trafen uns meist in der Clique, und stellten nur Unsinn an, den Mädels stand es dabei frei, mitzumachen oder nicht.
Natürlich interessierte es mich schon, was die Mädels so in der Bluse hatten, von Bildern her kannte ich ja das gewisse Etwas, aber in der Hand hatte ich bis Dato noch keine gehalten. Die Möglichkeiten waren da zu beschränkt. Entweder die Mädels, die ich kannte hatten noch nichts zum Anfassen, oder bei den Älteren Dämchen wurden wir Stifte nur ausgelacht und weggejagt.
Im Prinzip kommt es ja nur darauf an den geeigneten Augenblick zu erfassen und ihn zielstrebig zu nutzen. Auf diesen Gebiet war ich schon immer ein kleiner Ausgepuffter.
Eines Tages wurde bei meiner Tante Party Times angesagt, es sollte eine kleine Feier stattfinden. Eingeladen waren neben unserer ganzen Familie auch einige Freunde oder Arbeitskollegen meines Onkels unter anderen eine hübsche nette junge blonde Dame, Frau B. aus Wintersdorf, sie arbeitete als Zugbegleiterin bei der Reichsbahn. Getrunken wurde bis zum umfallen, jedenfalls von ihr, denn sie vertrug überhaupt nichts. Gegen 22.00 Uhr war sie blitze blau, sank auf der Ottomane danieder und schlief den Schlaf der Gerechten. Irgendwie musste der Truppe nun der Stoff ausgegangen sein, und so beschlossen sie gemeinsam an die frische Luft zu gehen um Zigaretten zu kaufen. Ich blieb mit Frau oder Frl. B allein zu Hause. Das war meine große Stunde. Ich weis nicht ob sie es merkte, als ich vorsichtig und sanft ihren Busen liebkoste und mit ihren Nippeln spielte, sie rührte sich auch nicht, als ich ihr meinen schon mittlerweile heftig angeschwollenen Pimmel in die Hand legte und mich vorsichtig bewegte bis zum Abspritzen. Es war ein tolles Gefühl. Das Ganze dauerte ungefähr 15 Minuten und keiner hatte etwas bemerkt. Es blieb mein kleines süßes Geheimnis.Anderntags war sie weg und ich habe nie wieder etwas von ihr gehört. Sie kam auch nicht wieder in unser Haus, denn meine Tante war auf sie nicht gut zu sprechen, denn mein Onkel war nämlich auch so ein kleiner Schlimmer.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Jugendzeit.....

Natürlich waren diese pubertären Auswüchse Zeichen der erwachenden
Sexualität, aber zum bestimmenden Faktum wurden diese Spielchen erst in Zusammenhang mit den Femininen, mit den schon frühreifen Mädchen unserer oder anderer Klassen. Ich war zu dieser Zeit ein ziemlicher Spätzünder, der Knoten riss bei mir erst mit ca. 14 Jahren. Die pure Neugierde auf das Weibliche in Persona verdanke ich auch meinen Stiefvater. Bei ihm im Nachttisch fand ich eines Tages ganz hinten in der Ecke einen Reclamauszug aus den Decamerone, „Der Nonnengärtner“, in Form einer kleinen Broschüre. Normalerweise hätte ich dieses Büchlein achtlos beiseite gelegt, wären da nicht diese wunderschönen Illustrationen auf den Umschlag gewesen. Natürlich habe ich dieses Buch, nachdem ich es aufmerksam studiert habe fachgerecht umgeleitet. Dieses Büchlein wurde nun zu meinen persönlichen Bestseller, denn die schönen Frauen mit Ihren Lüsten entfachten in mir nicht nur die Neugierde sondern auch das Verlangen und die Sehnsucht nach den Neuen. Das Eis war gebrochen, ich wurde nun als vollwertiges Mitglied in unsere Clique aufgenommen und die neue schöne Jugendzeit mit ihren Hoffnungen und Sehnsüchten begann.
Ausgehend vom Druck der Hormone ändert sich grundlegend die Zweckbestimmung jugendlichen männlichen Handelns, alle berechenbaren und reflexiven Tätigkeiten, ordnen sich nur den einen Ziel unter bzw. werden an ihm gemessen, am Wesen der Frau.
Es ist nahezu unwahrscheinlich, was das Mysterium Frau und die sie umgebende Aura so alles aus einen Mann machen kann. Die Geschichte der Menschheit, vor allem die der Literatur ist voller Beispiele.
Ja ich denke, ein richtig gepolter Mann mit einer normalen Libido verwandelt sich im Verlaufe seines Lebens vom schmachtenden Volltrottel bis hin zur reißenden Bestie nur um das eine Ziel zu erreichen, die auserwählte Frau zu bekommen. Dabei entwickelt er Initiativen und Phantasien, die oftmals in keinen Verhältnis zum erhofften Ergebnis stehen. Seine ganze Kraft, sein Witz und seine Möglichkeiten ordnen sich nur diesem Einen unter. Auch mir ging es nicht anders, darüber wird aber noch zu reden sein.
* * *


Ein bisher etwas zu kurzgekommenes Thema innerhalb meiner bisherigen Schilderung ist die Schule. Da ich ja innerhalb dieser persönlichkeitsformenden staatlichen Einrichtung einen beträchtlichen Teil meines Lebens verbringen durfte, ist es nur Recht und billig mich ein wenig damit zu beschäftigen.
Nun ja ich will es mal so formulieren, bis ich bewusst deren Daseinsberechtigung erkannt habe, mussten immerhin 10 Jahre ins Land gehen. 10 lange Jahre, die mir wie eine verlorene Zeit vorkamen.
Zumindest ist mir in dieser Zeit klar geworden, warum man sie damals mittlere Reife nannte, heute würde man hierzu Realschule sagen. Mein Jahrgang gehörte zu den ersten, die obligatorisch die neunte und zehnte Klasse besuchen durften und mußten, denn man brauchte im Mittel 10 Jahre um reif zu werden. Nicht desto trotz kann ich jedoch vermelden, ich habe die Prüfung geradeso mit Ach- und Krach geschafft, und dies auch noch innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraumes, nur Stolz konnte ich nicht auf die Ergebnisse sein.
Es war ja nicht so, dass ich gern in der Schule weilte, aber es gab ja auch noch sonnigere Abschnitte in diesen Zeiten, die man heute nicht missen möchte. Jedoch ist fairer Weise zurückblickend festzustellen, sie hat bei mir ihre Sinn- und Zweckbestimmung erreicht, d.h., sie hat mir geholfen meinen Platz im Leben zu finden und auch darin zu bestehen.
Nun war ich ja von Hause aus kein Dummer, d.h. ich begriff sehr schnell, was so in der Schule läuft, ich war nur stellenweise übertrieben faul und bequem, was die schulischen Aufgaben betraf, hinzu kam das ich vertiefte Desinteressen für ausgewählte Fächer hegte und ein gewisses Maß an charakterlichen Schwächen im Bezug zur Schule an den Tag legte.
Auch von Seiten meiner Eltern oder Familie fehlte es an den notwendigen Druck und der Konsequenz um entscheitend an einer Verbesserung der schulischen Leistungen zu arbeiten. Meinerseits entwickelte ich ein ausgefeiltes System ihnen gegenüber, um schlechte Noten und Einträge ins Tagebuch, die einer Unterschrift bedurften zu kaschieren. Nur zweimal im Jahr schärfte sich das Blickfeld meiner Eltern für das bisher Erreichte, nämlich immer dann, wenn es Zeugnisse gab.
Hier halfen keine Ausreden sondern nur Sanktionen, das mir dabei meine Eltern immer den Ferienstart vermiesten, störte sie nicht im geringsten.
Besonders zu den Fächern Deutsch – Grammatik, Rechtschreibung und Physik hatte ich ein gestörtes Verhältnis. Bei allen anderen Fächern verstand ich es vorzüglich mich so recht und schlecht durch das Schuljahr zu mogeln.
Schule war ja Gott sei Dank nicht nur Lernen und Pflichten, es gab im sozialistischen Schulsystem, also der Schule, die ich genossen habe so etwas wie einen soz. Erziehungsauftrag in seiner Einheit von Bildungs- und Erziehungsziel. D.h. alle gestellten schulischen Aufgaben wurden daran gemessen, wie sie den politischen Bildungsauftrag – „ der Entwicklung einer allseitig gebildeter sozialistischer Persönlichkeiten “, entsprachen, um einmal die offizielle Diktion zu verwenden.

Samstag, 22. Dezember 2007

Pupertät....

Ich konnte die auf rasender Eifersucht basierende Brutalität gegenüber meiner Mutter nicht mehr ertragen. Als er eines Tages, ich war etwa 15-16 Jahre alt, sie wieder verprügelte, rastete ich aus, ich nahm kurz entschlossen die Kohleschaufel und bedrohte ihn massiv, wenn er nicht aufhört dann..., seit dem war Schluss mit der Brutalität, zumindest so lange ich anwesend war.
Ein für meine Begriffe sehr harter Schicksalsschlag traf mein zartes kaum 12 jähriges Leben, als meine Mutter ohne zu fragen mir eine kleine Schwester im Sommermonat August vor die Nase setzte.
Ab da war es vorbei mit meiner unbeschwerten und unter viel Mühe erkämpften Freizeit, plötzlich hatte ich neue Pflichten und Aufgaben.
Anfangs noch Stolz auf das kleine Schwesterchen, verwandelte sich aber mit zunehmenden Alter des kleinen verwöhnten pausbäckischen Schreihalses der Stolz in eine aufköchelnde Stinkwut. Es wurde zunehmend schwieriger diese Göre unter Kontrolle zu halten, vor allem wenn es um das Essen ging. Sie muss beim lieben Gott, als es um die Vergabe der menschlichen Fähigkeiten und Leidenschaften ging, sich gleich zwei mal gemeldet haben. Sobald nur die Flasche oder anderweitige essbare Gegenstände in die Nähe ihres Blickfeldes kamen, konnte sie sich erst dann beruhigen, wenn der erste Bissen in ihren Rachen kam. Mit stark hervorquellenden Augen schlang sie alles in ihren Schlund hinein und gab erst dann Ruhe, wenn der letzte Tropfen oder Bissen verputzt waren. Natürlich hatten sich ja auch die Zeiten geändert und es gab mehr zum Leben, aber immer musste sie Alles bekommen was sie wollte, und wenn es nicht schnell genug ging, dann ertönte eine Sirene, ähnlich wie bei Feueralarm, auf- und abschwellend, bis ihr Wille erfüllt war. Dafür hätte ich sie am liebsten steinigen können, aber ich konnte ja nicht, im Gegenteil, wenn ich ihr nur das kleinste Haar gekrümmt hätte, dann wären meine Karten ganz schlecht gewesen. So aber Entwickelte sich mit der Zeit eine gewisse Spannung in unseren Verhältnis die etwa bis zu ihren 20-sten Lebensjahr anhielt. Darüber gibt es noch einiges später zu berichten.

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Langsam und unaufhörlich wuchs der kleine Knirps nun aus seinen Kinderschuhen heraus, aus dem Knäblein wurde ein junger Bursche, in dessen Psyche sich allmälig völlig neuartige, die Sinne verwirrende Eindrücke einschlichen – der unmerkliche Übergang in die Pubertät. Alles bisher Wichtige in meinen jungen Leben bekam einen neuen Platz, eine neue Wertigkeit und neue Eindrücke nahmen dessen Platz ein. Es war wie man so schön sagt ein Entwicklungsprozess, an dessen Ende eine neue Qualität Mensch, ein Mann heranreifen sollte, vom Ziel her von Mutter Natur vorausbestimmt, vom Ergebnis her aber durch die Individualität des Jeweiligen und die äußeren Umstände geformt.
Triebkräfte dieses Prozesses waren und sind neben der erwachenden Sexualität, die Neugierde auf das Unbekannte gepaart mit Schamhaftigkeit, Übermut und Frechheit und von der Gesellschaft geschaffene ethische, moralische und materielle Voraussetzungen und Werte.
Nun will ich ja keine Abhandlung über die Sexualitätsentwicklung der Spezies Mann schreiben, sondern meine diesbezüglichen Entwicklungsabschnitte einigermaßen offen schildern.
Das es zweierlei menschliche Wesen gibt, kannte ich schon seit meinen 5-ten Lebensjahr, was ich jedoch noch erfahren durfte bzw. wozu dieser winzig kleine Unterschied im Stande ist, und was er bewirkt, dies sollte mir das Leben noch zeigen.
Waren in den Knabenjahren die Mädels für mich nichts weiter als Heulsusen und Petzen, die zwar anwesend d.h. real und deshalb geduldet waren, ansonsten aber völlig bedeutungslos dahin vegetierten, da man ja mit ihnen nichts weiter anfangen konnte, änderte sich mit zunehmenden Alter diese Einstellung.
Wenn wir als Jungen gerade mal keine Kämpfe ausfochten, uns also die Lange Weile plagte, spielten wir schon mal mit Mädels zusammen, so ne Art „ Vater, Mutter und Kind “, im Endeffekt waren es aber fade Spiele, immer zu tun was Muttern sagte, dies hatte man zu Hause auch, das machte keinen Spaß. Da waren die Dokterspiele schon interessanter, da gab es wenigstens etwas zu sehen, zwar nicht viel, aber besser als nichts. Dies hatte aber noch nicht viel oder gar nichts mit Sex zu tun, aber die Neugierde wurde erweckt. Da waren die „Sexspiele“ , die wir in der Jungenclique zelebrierten schon besser. Da wurde gemessen und verglichen wer den längsten und dicksten hat, da wurde gemeinsam gewichst um nachzuweisen, das man schon etwas konnte und wer am weitesten spritzte. Erst wenn man sich die ersten Tröpfchen abgequält hatte, wurde man von der Truppe anerkannt.